Dialog zur Klimaökonomie

Das Institut für Weltwirtschaft koordiniert den Begleitprozess zum Förderschwerpunkt „Ökonomie des Klimawandels“ des BMBF-Rahmenprogramms Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA)

Angesichts eines zunehmenden Klimawandels und der damit verbundenen Unsicherheiten und Risiken intensiviert sich auch die Diskussion über dessen wirtschaftliche Auswirkungen. Mit dem Förderschwerpunkt „Ökonomie des Klimawandels“ finanzierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deshalb bis Ende 2015 insgesamt 27 Forschungsprojekte, die entsprechende Kompetenzen ausbauen und fundiertes, anwendungsorientiertes Wissen bereitstellen sollen. Diese Projekte generierten eine Vielzahl von Ergebnissen zu verschiedensten klimaökonomischen Forschungsfragen, deren Kommunikation über die Grenzen der Fach-Community hinaus angestrebt wird.

Um den Wissenstransfer zu unterstützen und den Austausch zwischen Forschung und Praxis zu intensivieren, wurde der Förderschwerpunkt „Ökonomie des Klimawandels" mit Beginn des Jahres 2014 um den begleitenden „Dialog zur Klimaökonomie" ergänzt. Eingeladen zum Dialog mit der klimaökonomischen Wissenschaft sind Unternehmen, NGOs, Behörden und Vertreter der Politik, für die ökonomische Aspekte des Klimawandels von Interesse sind.

Der Dialog zur Klimaökonomie wurde von einem Projektteam bestehend aus wissenschaftlichen Vertretern von insgesamt neun großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten organisiert und vorangetrieben. Dabei obliegt dem IfW die Koordination des gesamten Prozesses, während jeweils zwei Institute für die inhaltliche Aufbereitung eines der folgenden Themenschwerpunkte zuständig sind:

  • Kosten von Klimawandel, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel (HWWI/iöw)
  • Gestaltung und Wirkungen klimapolitischer Maßnahmen und Instrumente (RWI/DIW)
  • Internationale Klimaverhandlungen und -Regimes (PIK/Fraunhofer ISI)
  • Energieressourcen und klimafreundliche Energieversorgung (ifo/ZEW)

 

Ziele des Dialogs zur Klimaökonomie

Der Begleitprozess in Form des Dialogs zur Klimaökonomie war nicht auf eine Präsentation der vielfältigen Ergebnisse der geförderten Projekte beschränkt, sondern verfolgte insbesondere die folgenden Ziele:

  • Eine umfassende Information über das existierende Angebot von Forschungsergebnissen der nationalen Klimaökonomik in Formaten mit konkretem Politik- und Praxisbezug. Diese können beispielsweise für die klima- und energiepolitische Debatte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft relevant sein.
  • Ein lebendiger Diskurs mit den oben genannten Stakeholdern über Strategien der Kommunikation und generell über die Fragen, die von der volkswirtschaftlichen Forschung zu klima- und energiepolitischen Themen beantwortet werden können und/oder sollten.
  • Eine generelle Stärkung der Anwendungsorientierung und Praxisnähe in der langfristigen Ausrichtung der volkswirtschaftlichen und klimaökonomischen Forschung, die sich anhand der neu zu entwickelnden Forschungsfragen manifestiert.

 

Umsetzung

Zur Realisierung dieser Ziele wurde als Herzstück des Dialogs zur Klimaökonomie ab Frühjahr 2015 eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Forum Klimaökonomie“ in Anlehnung an die vier oben genannten Themenschwerpunkte ins Leben gerufen. Diese Foren sind auf ein breites Publikum von Stakeholdern aus Wirtschaft, NGOs, Behörden, Politik und Öffentlichkeit mit Interesse an ökonomischen Aspekten des Klimawandels ausgerichtet. Sie greifen aktuelle Themen der klima- und energiepolitischen Debatte auf, geben gebündelten Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse und bieten eine Plattform für Diskussion und informellen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Reihe "Forum Klimaökonomie" umfasst:

  • 1. Forum Klimaökonomie am 16. März 2015 in Berlin
    "Warten oder starten: Wer, wann, womit? Kosten des Klimawandels und Anpassungsoptionen."

    Das Forum des Themenschwerpunkts Kosten von Klimawandel, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel diskutiert vier Dimensionen der Betrachtung von Kosten des Klimawandels und nach Anpassungsoptionen, die den auf vielfältige Weise auftretenden Herausforderungen des Klimawandels Rechnung tragen.
    Hintergrundpapier zum 1. Forum Klimaökonomie

  • 2. Forum Klimaökonomie am 13. April 2015 in Berlin
    "Energie, Wirtschaft und Klima im Wettbewerb?"

    Vor dem Hintergrund der Herausforderungen für die Klimapolitik durch historisch niedrige Preise für fossile Energieträger diskutiert dieses Forum des Themenschwerpunkts Energieressourcen und klimafreundliche Energieversorgung die enge Verzahnung der Themenfelder Energie, Wirtschaft und Klima sowie das Spannungsfeld von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaverträglichkeit.
    Hintergrundpapier zum 2. Forum Klimaökonomie

  • 3. Forum Klimaökonomie am 04. Mai 2015 in Berlin
    "Gerechter Klimaschutz - Geht das? Gerechtigkeit und Vorreiter in der internationalen Klimapolitik"

    Das Forum des Themenschwerpunkts Internationale Klimaverhandlungen und -Regimes nimmt die zentralen Rollen der Verteilungsgerechtigkeit und des Vorreiterverhaltens für die internationale Klimapolitik in den Fokus.
    Hintergrundpapier zum 3. Forum Klimaökonomie

  • 4. Forum Klimaökonomie am 22. Juni 2015 in Berlin
    "Klimaschutzpolitik in Europa: Wie sieht ein effizienter Politikmix aus?"

    Vor dem Hintergrund eines dramatischen Preisverfalls der Emissionszertifikate und divergierender Handlungsempfehlungen von Ökonomen dazu diskutiert dieses Forum des Themenschwerpunkts Gestaltung und Wirkungen klimapolitischer Maßnahmen und Instrumente, ob ein gut ausgestalteter Emissionshandel als alleiniges klimapolitisches Instrument die Klimaschutzziele erreichen kann, wie komplementäre Instrumente und Maßnahmen interagieren und wo die Ursachen für abweichende Empfehlungen unserer Disziplin liegen.
    Hintergrundpapier zum 4. Forum Klimaökonomie

Anknüpfend an diese Foren werden Befunde und Empfehlungen der aktuellen klimaökonomischen Forschung und die Erkenntnisse aus dem Dialog in knapper und übersichtlicher Form als Statuspapiere aufbereitet. Diese Veröffentlichungen richten sich an Entscheidungsträger und Interessierte aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Medien und Gesellschaft. Sie sollen solide, gebündelte und aktuelle Informationen sowie Orientierungswissen bieten und sind die Basis für die Statuskonferenz zum Förderschwerpunkt.

Um die bedarfsorientierte Ausrichtung der geplanten Veranstaltungen und der weiteren Aktivitäten zu garantieren, werden die Vertreter der klimaökonomischen Forschung während des Dialogs zur Klimaökonomie durch eine Gruppe repräsentativer Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft – das sogenannte Advisory Board – beratend begleitet. Auf gemeinsamen Workshops wurden im Laufe des Jahres 2014 Themen und Fragen, die aus Sicht dieser Stakeholder besonders relevant sind, für den weiteren Prozess gesammelt und strukturiert und generelle Anliegen der Praxis an die Forschung formuliert.

 

Aktuell

Im Jahr 2016 steht der Förderschwerpunkt Ökonomie des Klimawandels vor einer zweiten Phase, die in 2017 mit Projekten beginnen soll. Um in der Zwischenzeit den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis aufrechtzuerhalten, wird Ende 2016 das Forum Klimaökonomie fortgeführt:

  • 5. Forum Klimaökonomie am 8. Dezember 2016 in Berlin
    "Nach der COP 22 in Marrakesch - Weitere Schritte zur Umsetzung des Pariser Abkommens."
    Das Übereinkommen der 21. Weltklimakonferenz in Paris gilt als Durchbruch in der internationalen Klimapolitik. Die Weltgemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter 2° zu begrenzen. Angesichts der dynamischen Ratifizierungen wird das Abkommen noch vor der COP22 in Marrakesch in Kraft treten. Dort, in sollen unter dem Motto „Action and Implementation“ nun Taten folgen. Auch der deutsche Beitrag zur Umsetzung des Weltklimavertrags, der Klimaschutzplan 2050, wird mit Hochdruck erarbeitet. Dennoch müssen die Maßnahmen und ihr Zeitplan, mit denen das 2°-Ziel erreicht werden kann, weiter präzisiert werden.
    Das 5. Forum Klimaökonomie bietet Gelegenheit, mit Wissenschaftlern und Praktikern die ökonomische Sicht auf die politischen Signale zu diskutieren, die von der COP 22 für Deutschland und die Welt ausgehen. Besonderes Augenmerk erhalten die Transformationsprozesse, die zur Erreichung des 2°-Ziels schnell umgesetzt werden müssen um hohe gesamtwirtschaftliche Kosten.eines verzögerten Klimaschutzes zu vermeiden. 

 

Kontakt:

Koordinatorin am Institut für Weltwirtschaft (IfW):
Dr. Lena-Katharina Bednarz // lena.bednarz@ifw-kiel.de