1. Forum Klimaökonomie

Warten oder starten: wer, wann, womit?
Kosten des Klimawandels und Anpassungsoptionen

 am 16. März 2015 ab 15.30 Uhr in der Kalkscheune in Berlin

Das Forum Klimaökonomie soll eine Plattform für die Intensivierung des Austauschs von Wissenschaft und Praxis zu aktuellen Themen der klima- und energiepolitische Debatte bieten. Unsere erste Dialogveranstaltung behandelt vier verschiedene Dimensionen der Frage nach den Kosten des Klimawandels und nach Anpassungsoptionen. Denn die Herausforderungen des Klimawandels zeigen sich in ganz unterschiedlicher Weise. Die internationale Arbeitsteilung in der globalisierten Wirtschaft wird durch den Klimawandel und die Anpassung daran anders beeinflusst als nationale Volkswirtschaften. Auf nationalstaatlicher Ebene muss mit ganz spezifischen Ausprägungen des Klimawandels umgegangen werden. Schließlich führt der Klimawandel zu Anpassungsprozessen, die von Unternehmen und Haushalten autonom vorgenommen werden oder durch die Politik beeinflusst werden können. Die Bewertung dieser vielfältigen Veränderungen wird durch eine reine Betrachtung von wirtschaftlichen Nutzen und Kosten nicht hinreichend erfasst. Gesellschaftliche Normen und Präferenzen spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Das Forum Klimaökonomie „Kosten und Anpassung“ wird diese verschiedenen Dimensionen ansprechen.

Hintergrundpapier zum 1. Forum Klimaökonomie

 

Programm

15.00 Uhr Registrierung und Begrüßungskaffee
15.30 Uhr Begrüßung und Eröffnung
  Conny Czymoch | Moderation des Forums
  Grußwort
  Dr. Henk van Liempt | BMBF
  Einführung: Dialog zur Klimaökonomie
  Prof. Gernot Klepper, Ph.D. | Institut für Weltwirtschaft
Kosten des Klimawandels aus vier Perspektiven
15.50 Uhr Klimawandel, Vermeidung und Anpassung:
Was "kostet" es, was "bringt" es?
  Keynote: Prof. Dr. Wolfgang Buchholz
  Praxisimpuls: Joachim Lorenz
16.15 Uhr Dialog in parallelen Arbeitsgruppen
  Internationale Rückkopplungseffekte des Klimawandels
  Lead: Dr. Kati Krähnert | DIW Berlin
  Anpassung in Deutschland
  Lead: Dr. Sven Schulze | HWWI Hamburg
  Autonome Anpassungsprozesse an den Klimawandel
  Lead: Prof. Dr. Michael Berlemann | HSU Hamburg
  Unsicherheiten und Werturteile - Implikatione für politisches Handeln
  Lead: Prof. Dr. Stefan Baumgärtner | Uni Freibung
17.15 Uhr Pause
Die nächsten Schritte der Anpassung
17.45 Uhr Paneldiskussion mit Einbindung des Publikums
  Moderation: Conny Czymoch
  Joachim Lorenz | Dt. Städtetag | Stadt München
  Jan Kowalzig | Oxfam Deutschland
  Dr. Johannes Merck | Otto Group
  Prof. Dr. Wolfgang Buchholz | Universität Regensburg
18.45 Uhr Wrap-Up und Abschluss
19.15 Uhr Ausklang der Veranstaltung bei Speisen und Getränken

 

 

Themen der Arbeitsgruppen

Gruppe 1: Internationale Rückkopplungseffekte des Klimawandels

Die letzten Projektionen des Weltklimarats identifizieren regional stark unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels: Die größten negativen Effekte treffen auf Volkswirtschaften, die besonders anfällig sind. Deshalb sind die Kosten und Adaptionsmöglichkeiten vor dem Hintergrund internationaler Verflechtungen und Verpflichtungen von besonderem Interesse. Der Workshop beschäftigt zum Teil mit (finanziellen) Ausgleichsmaßnahmen für die Kosten der Anpassung zwischen armen und reichen Ländern. Beispielhaft werden wir uns mit dem internationalen Vergleich der Bedeutung von Naturkatastrophen, den Herausforderungen eines Transformationslandes bei der Bewältigung von Klimaschocks und den Konsequenzen von Klimamaßnahmen für internationale Handelsströme auseinandersetzen.

 

Gruppe 2: Anpassung in Deutschland

In Deutschland ist bereits ausgeprägtes Wissen über zu erwartende Klimafolgen vorhanden. Allerdings ist relativ wenig über die wirtschaftlichen Auswirkungen bekannt. Dabei ist es wahrscheinlich, dass vermehrt auftretende Extremereignisse hier eine große Rolle spielen werden. Demnach ist es zum einen wichtig, potentielle Schäden zu identifizieren und abzuschätzen. Dasselbe gilt für die Kosten von Anpassungsmaßnahmen, die der Vermeidung oder Verringerung von Schäden dienen. In der Arbeitsgruppe werden wir Projektergebnisse für deutsche Küsten und Städte präsentieren. Exemplarisch wurden Maßnahmen zum Hochwasserschutz, zum Umgang mit Hitzewellen und zur Anpassung in ausgesuchten Wirtschaftssektoren untersucht. Diese Ergebnisse sollen nicht nur diskutiert werden, sondern als Ausgangspunkt für weitere praktische Fragestellungen genutzt werden.

 

Gruppe 3: Autonome Anpassungsprozesse an den Klimawandel

Autonome Anpassungsprozesse an den Klimawandel Individuelle (oder auch autonome) Anpassung an die ersten Auswirkungen des Klimawandels ist durch Unternehmen und Haushalte heute durchaus schon zu beobachten. Dies kann in der Landwirtschaft durch die effiziente Wahl von Pflanzensorten geschehen oder in privaten Haushalten oder Unternehmen durch den Abschluss von Versicherungen. Allerdings bestehen große Unterschiede in den Möglichkeiten zur autonomen Anpassung. Hierfür sind nicht nur die zu erwartenden Folgen des Klimawandels und das Wissen hierüber bedeutsam, sondern auch die (finanziellen) Fähigkeiten hierzu. Dies wird beispielhaft anhand von Projektergebnissen für Deutschland und die Mongolei illustriert. Öffentliche Maßnahmen zur Anpassung sehen sich zum Teil mit (durch individuelle Wahrnehmungen geprägte) Akzeptanzproblemen konfrontiert. Auch dieses Problem wollen wir diskutieren.

 

Gruppe 4: Unsicherheiten und Werturteile - Implikationen für politisches Handeln

Der Klimawandel wird sich weit in die Zukunft auswirken, die Kosten seiner Folgen sind aber mit zunehmender zeitlicher Distanz immer schlechter prognostizierbar. Bewertungen von Klimaauswirkungen und von Anpassungsmaßnahmen unterstellen darüber hinaus normative Annahmen, welche sowohl unter Experten als auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden. Wie können vor diesem Hintergrund vernünftige klimapolitische Entscheidungen gerechtfertigt werden? - so lautet die Leitfrage für diese Arbeitsgruppe. Welche Maßnahmen im Lichte der Ungewissheiten ökonomisch sinnvoll sind und welche klimapolitischen Handlungsoptionen gesellschaftliche Akzeptanz erhalten, diese Fragen werden ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein.

Kontakt:

Koordinatorin am Institut für Weltwirtschaft (IfW):
Dr. Lena-Katharina Döpke // lena.doepke@ifw-kiel.de

Koordinatoren am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW):
Dr. Jesko Hirschfeld // jesko.hirschfeld@ioew.de // Dr. Eugen Pissarskoi // eugen.pissarskoi@ioew.de

Koordinatoren am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI):
Dr. Sven Schulze // s-schulze@hwwi.org // Dr. Jana Stöver // stoever@hwwi.org