4. Forum Klimaökonomie

Klimaschutzpolitik in Europa

- Wie sieht ein effizienter Politikmix aus?

 am 22. Juni 2015 ab 15.30 Uhr in der Kalkscheune in Berlin

In Deutschland und der EU werden Klimaschutz und Energiewende mit einer Vielzahl von Maßnahmen unterstützt: Zusätzlich zum europäischen Emissionshandel werden nationale Maßnahmen ergriffen, wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder die Förderung von energetischer Gebäudesanierung. Dieser Politikmix ist Anlass vieler Kontroversen. In deren Mittelpunkt steht die Frage, wie ein effektives und effizientes Instrumentenportfolio aussehen sollte, um gleich­zeitig Anreize zur Emissionsminderung zu setzen und Innovationen zu fördern. Selbst aus der Wissenschaft gibt es dazu vielfältige Lösungs­vorschläge, die sich teilweise sogar widersprechen.

Hintergrundpapier zum 4. Forum Klimaökonomie

 

Programm

15.00 Uhr Registrierung und Begrüßungskaffee
15.30 Uhr Begrüßung und Eröffnung
15.300Ulhr Constanze Abratzky | Moderation des Forums
  Grußwort
  | BMBF
  Einführung: Dialog zur Klimaökonomie
  Prof. Gernot Klepper, Ph.D. | Institut für Weltwirtschaft
Klimaschutzpolitik in Europa
15.50 Uhr Klimaschutzpolitik in Europa: Ursachen für das weite Spektrum an Handlungsempfehlungen
  Keynote: Prof. Karsten Neuhoff Ph.D. | Präsentation
  Praxisimpuls: Dr. Silke Karcher | BMUB
WELCHER MIX KANN ES RICHTEN? - "ONE SIZE FITS ALL?"
16.30 Uhr Dialog in parallelen Arbeitsgruppen
  Gruppe 1: Energieintensive Industrien transformieren
  Impuls: Patrick Breun | KIT Karlsruhe
  Gruppe 2: Städtischen Verkehr umgestalten
  Impuls: Prof. Dr. Georg Hirte | TU Dresden
  Gruppe 3: Energiewirtschaft weiterentwickeln
  Impuls: Dr. Karoline Rogge | Fraunhofer ISI
  Gruppe 4: Luft- und Individualverkehr restrukturieren
  Impuls: Dr. Janina Scheelhaase | DLR
17.30 Uhr Pause
Wie KANN EIN POLITIKMIX GESTALTET WERDEN?
18.00 Uhr Paneldiskussion mit Einbindung des Publikums
  Regine Günther | WWF
  Dr. Jens Mundhenke | BMWi
  Rob van der Meer | HeidelbergCement
  Prof. Dr. Manuel Frondel | RWI Essen
19.00 Uhr Wrap-Up und Abschluss im Plenum
19.15 Uhr Ausklang der Veranstaltung bei Speisen und Getränken

 

 

Workshops zu verschiedenen Sektoren:

In parallelen Workshops wird der zentralen Frage nachgegangen, wie der Politikmix für einzelne Sektoren gestaltet sein sollte. Welche regulatorischen Maßnahmen und Politikinstrumente können für die verschiedenen Sektoren die Transformation hin zu einer nachhaltigen Ökonomie steuern? Welche Rolle spielen neben dem Emissionshandel z.B. auch fiskalische Instrumente, Effizienzpolitiken, Innovationsförderung oder Informationspolitiken? Wo existieren Interdependenzen zwischen verschiedenen Instrumenten: wann führt ein Paket aus verschiedenen Politikinstrumenten zu Synergien und wann zu Ineffizienzen?

Gruppe 1: Energieintensive Industrien transformieren

Energieintensive Industrien tragen nennenswert zu den Treibhausgasemissionen in Deutschland bei. Insbesondere die Reduktion von Einsatzstoffen in Produktionsprozessen und die Verwendung  alternativer, emissionsarmer Materialien sind erfolgsversprechende Strategien zur Emissionsminderung im Industriesektor, die durch einen geeigneten Mix an Politikmaßnahmen vorangebracht werden sollen. Gleichzeit wird diskutiert, ob die heimische energieintensive Industrie Wettbewerbsnachteile durch die regulatorischen Auflagen der Klimapolitik aufweisen, „Carbon Leakage“ auslösen und eine Investitionslücke in der deutschen Industrie entsteht. In diesem Workshop werden wir diskutieren, wie die Politik durch einen geeigneten Politikmix der Industrie bei einer Transformation helfen kann, mit der sie sich langfristig, nachhaltig klimafreundlich und wettbewerbsfähig aufstellt.

Impuls:

Patrick Breun
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Präsentation

Moderation:  

Gruppe 2: Städtischen Verkehr umgestalten

Bis zum Jahr 2030 werden 60% der Weltbevölkerung in Städten leben und dort 75% der globalen CO2-Emissionen verursachen. Damit besitzen insbesondere Maßnahmen in urbanen Gebieten ein hohes Potential zur Minderung von klimarelevanten Treibhausgasen. Gleichzeitig ist eine Vielzahl von Städten durch ihre spezifische Lage in Küstenregionen oder an Flüssen von den Auswirkungen des Klimawandels (z.B. Überschwemmungen) besonders gefährdet. In diesem Workshop wird vor allem der geeignete Instrumentenmix zur Umgestaltung des urbanen Verkehrs diskutiert. Neben dem Blick auf Treibhausgasemissionen können auch positive Nebenwirkungen dieser Instrumente beispielsweise auf Stauvermeidung, Lärmreduktion oder öffentliche Einnahmen diskutiert werden.

Impulse:

Prof. Dr. Georg Hirte
Technische Universität Dresden
Einführung | Präsentation

Moderation: Prof. Dr. Manuel Frondel / Prof. Dr. Colin Vance
Technische Universität Dresden
Präsentation
   

Gruppe 3: Energiewirtschaft weiterentwickeln

Um das ambitionierte klimapolitische Ziel der Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs auf 2°C zu erreichen, bedarf es insbesondere für den Energiesektor einer Neuausrichtung und Beschleunigung des technologischen Wandels hin zu CO2?freien Lösungen. Aufgrund verschiedener Marktversagen wird hierfür ein Mix von Politikinstrumenten – ein Policy Mix – benötigt, der möglichst effizient die Transformation des Energiesystems hin zu einer CO2?freien oder zumindest ?armen Energieerzeugung, z.B. mit Erneuerbaren Energien, ermöglicht. Im Rahmen dieses Workshops wird diskutiert, welche Instrumente diese Transformation effektiv und gleichzeitig effizient begünstigen.

Impulse:

Dr. Karolin Rogge
Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
Präsentation

Moderation:  

Gruppe 4: Luft- und Individualverkehr restrukturieren

Globaler Luft- und Individualverkehr wachsen kontinuierlichund tragen gleichzeitig zum anthropogenen Klimawandel bei. Zu den klimarelevanten Emissionen gehören neben Kohlendioxid auch Stickoxide, Schwefeloxide, Wasserdampf, Ruß, Kondensstreifen und Zirren. Seit dem Jahr 1990 ist ein kontinuierlicher Anstieg der verkehrsbedingten Kohlendioxid- und anderer klimarelevanter Emissionen zu verzeichnen. In Anbetracht des für die kommenden Jahre erwarteten kontinuierlichen Wachstums des Luft- und Individualverkehrs erscheinen Maßnahmen zur Begrenzung der gesamten klimarelevanten Emissionen des Luftverkehrs notwendig. Diese Maßnahmen sind gleichzeitig möglicherweise mit Kosten, Wettbewerbsverzerrungen oder Arbeitsplatzwirkungen verbunden, die bei der Ausgestaltung eines geeigneten Politikmix einbezogen werden müssen und in diesem Workshop diskutiert werden.

Impuls:

Dr. Janina Scheelhaase
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Präsentation

Moderation:

Dr. Markus Zimmer
ifo Institut
Präsentation

   

Kontakt:

Koordinatorin am Institut für Weltwirtschaft (IfW):
Dr. Lena-Katharina Döpke // lena.doepke@ifw-kiel.de

Koordinatoren am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW):
Prof. Karsten Neuhoff Ph.D. // kneuhoff@diw.de // Sebastian Petrick // spetrick@diw.de

Koordinatoren am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI):
Prof. Dr. Manuel Frondel // manuel.frondel@rwi-essen.de // Dr. Mark Andor // mark.andor@rwi-essen.de